Neuromonitoring in Anästhesie und Intensivmedizin

Kompendium

Gerhard Schwarz und Gerhard Litscher (Hrsg.)

 

Wissenschaftliche Verlagsabteilung Abbott GmbH

Wiesbaden

1998

ISBN: 3926035633

 

 

Vorwort

 

 

 

Vorwort

Das vorliegende Buch stellt eine Einführung in die theoretischen und praktischen Grundlagen des Neuromonitorings mittels EEG und evozierten Potentialen dar. Mit neu entwickelten computergestützten Meßsystemen gelingt es, die unterschiedlichen Funktionen des Gehirns auch an der Intensivstation und im Operationssaal zu überwachen und die Beurteilbarkeit des EEGs zu erleichtern. Zielsetzung der Forschungsaktivitäten von Univ.-Prof. Dr. G. Schwarz und Univ.-Prof. DI Dr. G. Litscher der Grazer Univ.-Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin (Vorstand: o.Univ.-Prof. Dr. W.F. List) war die Verbesserung der Bewertungskriterien für die Schwere von Hirnschäden sowie die Möglichkeit, Therapieeffekte zu objektivieren und Prognosen zu stellen. Ferner wurden computerunterstützte Verfahren im Bereich des Neuromonitorings im Operationssaal entwickelt, die wesentliche Funktionen bei der Patientenüberwachung haben, übernommen.

Das Spektrum der neuen Überwachungstechniken im Intensivbereich beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Ableitung von Hirnströmen in einem Meßbereich von nur wenigen Millionstel Volt, es werden auch robotergesteuerte Ultraschallsonden, welche geringste Änderungen der Hirndurchblutung erfassen können, zur erweiterten Beurteilung mit Hilfe von mehrfärbigen 3D-Bildern herangezogen. Auch der Wert und die derzeitigen Probleme des Nahinfrarotspektroskopieverfahren werden wissenschaftlich aufgearbeitet. Die Bedeutung des Neuromonitorings zeigt eine statistische Erhebung der Europäischen Union, nach der mehr als zwei Millionen Menschen jährlich in Europa schwere Kopfverletzungen, überwiegend durch Verkehrsunfälle bedingt, erleiden. Aber auch im Operationssaal besteht die zunehmende Notwendigkeit einer verbesserten Kontrolle der zerebralen Funktionen und der Steuerung der Anästhesietiefe, die unter den Bedingungen der Muskelrelaxation und kombinierten Anästhesieverfahren immer schwieriger zu bestimmen ist.

Die beiden Grazer Forscher, Univ. Prof. Dr. G. Schwarz und Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. G. Litscher von der Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, haben sich jahrelang mit der Weiterentwicklung des Neuromonitorings zur Komaprognose bei hirnverletzten Intensivpatienten und der Erstellung von Expertensystemen beim Hirntod im Vorfeld von Organentnahmen große Verdienste erworben. Bis heute sind mehr als 250 wissenschaftliche Publikationen von dieser Arbeitsgruppe erschienen. Sie erhielten auch mehrere Forschungspreise, wobei die jahrelange Kooperation mit Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. G. Pfurtscheller (Vorstand des Institutes für Elektro- und Biomedizinische Technik, TU-Graz) eine Basis für die heutigen Ergebnisse lieferte.

Dieses große theoretische und praktische Wissen in zukunftweisenden Verfahren des Neuromonitorings wurde und wird in wissenschaftlichen Workshops an Ärzte und Medizintechniker aus vielen Ländern weitergegeben, wobei dieses Buch unterstützende Informationen liefern soll. Neben der theoretischen Vermittlung des angesammelten Wissens ist ein besonderer Schwerpunkt dieser Grazer Veranstaltung ein interaktives, computergestütztes Seminar im Motivation Center des Wirtschaftsförderungsinstitutes Steiermark, in dem ein multimediales Trainingsprogramm angeboten wird. Es ist dies derzeit der weltweit einzige Kurs auf dem Gebiet des Neuromonitorings, mit dem interaktiv sowohl theoretische als auch praktische Unterweisungen erfolgen.

Das vorliegende Kompendium soll nicht nur eine Lernunterlage zu den internationalen Workshops sein. Es stellt darüber hinaus, dank der Unterstützung durch die Abbott GmbH, auch einen Beitrag zur Vertiefung der wissenschaftlichen Basis und zum Erwerb praxisbezogener Kenntnisse zukunftsorientierter Überwachungsverfahren des Gehirns für den Leser dar.

W.F. List

Graz, Jänner 1998

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